roisindubh - 5. Okt, 20:10
an - aus ...
es blitzt, kein Donner.
Ich sitze.
Dunkel. Rot.
Es blitzt wieder.
Reflektionen der erleuchteten Fenster des Nachbarhauses in unseren dreckigen Scheiben.
Durch die Wand höre ich gedämpft ein Gespräch aus Apt.2.
Die Sessel werfen sich überschneidende Schatten an die Wand, erzeugt durch das Licht in der Küche und den Golfball aus der Würfellampe die ich gerade auf die Heizung gestellt habe.
Der Kühlschrank stottert,
der Wasserhahn tropft...
Ich denke an den Schwamm.
Ich denke daran, wie sich unser Wohnzimmer als transzendentale Konstruktion um einen Mikrokosmos hüllt in dem eine blitzende Glühbirne und ein Schwamm, verbannt aus den heil'gen Hallen des Tosca, mit den Tücken ihres neuen Lebens kämpfen.
Befleckt mit der Erbsünde sind ihre Nachkommen auf ewig dazu verdammt durchzubrennen und zu vermodern - das zumindest behaupten die Elektriker und Klempner.
Und es ward Licht - und dann wieder nicht.
an - aus...
Ich denke an eine Zeit, weit in der Zukunft, in der kleine Bulbs in glühenden Feldern glühklich sind und kleine Schwamms durch saftige Waschbecken gleiten können...
Oh Bulb, oh Schwamm,
eure Geschichte ist eine Geschichte voller Mißverständnisse...
immer noch dunkel.
Fraglich, jedoch, ob Licht hilft meine Wirren Gedanken hinsichtlich Bulbs und Schwamms zu erleuchten.
Da, blitz...
ein Zeichen?
Wohl kaum:
Rabiate Vormieter und faule Handwerker.
So einfach lassen sich die Eigenheiten unseres Wohnzimmers erklären.
Doch ist es nicht viel schöner über Geheimnisse zu spekulieren?
roisindubh - 5. Okt, 19:46
...nur dummerweise bin ich schon zu Haus...
Ja, ich hab mich mal wieder an der Wohnzimmerlampe versucht und sie hat auch wieder funktioniert, aber grad ging die Funzel wieder aus.
Doch bei der spezifischen Wohnzimmerlampenproblematik hilft leider auch nicht das Allheilmittel der irischen Handwerker... "Leg nen Schwamm drunter"...
obwohl... soll ich es wagen?
roisindubh - 5. Okt, 19:41
sehr praktisch. Gut, unsere hält ja eher als Balkon hin. Im Falle eines Brandes kämen wir damit quasi einen Stock tiefer auf das Dach von nem Anbau hinter der Sally, aber da war's dann schon. Von dort aus kann man sich immer noch das Genick brechen beim runterspringen.
Vorzüglich eigent sich das Konstrukt allerdings um mal bei den Nachbarn vorbei zu schauen.
Das hab ich gerade mal gemacht. Die 4er-Jungs aus Apt.2 haben nämlich jetzt schonmal angefangen für ne Party zu proben - so hat sich's zumindest angehört. Der Kerl der sich als DJ versteht hat so nen Radau gemacht, dass schon fast die Heizung an der Wand vibriert hat...
EIndeutig zuviel für meine Nerven.
Jemand hat bei denen schon draußen an die Haustpr gebollert, aber bei dem Lärm hören die das ja ned.
Was macht man in der Not? Man geht auf den Balkon (auch wenn's regnet) und schaut halt mal am Schlafzimmer bei den Kollegen vorbei.
Der Gutste war etwas überrascht, hat aber gleich leiser gemacht.
Mit dem entferten, gedämpften "umts-umts" kann ich jetzt auch leben.
Bin ja mal gespannt was ich im Verlauf meines Aufenthalts hier noch so alles machen muss um diese Kerle zu maßregeln...
roisindubh - 5. Okt, 11:21