Sonntag, 15. Oktober 2006

Irische Eigenheiten - die Zeit

eigentlich hätt ich mit dieser Reihe ja schon viel früher anfangen müssen, aber ich werd mal schaun was ich noch so zusammen krieg...
aber man wird ja auch ständig wieder damit konfrontiert.

Heute also: Die Zeit
Iren sind sehr gelassen und relaxt. Wenn man sich verabredet ist das schon OK ne halbe Stunde später zu kommen.
Eine irische 5-Minuten-Pause dauert in der Regel auch 15 Minuten.
Ganz überrascht war ich als ich mal nen Termin auf "half 9" oder so bekommen hab. Hab mich fast gefreut, dass es außer den Deutschen noch Andere gibt, die ihre Zeiten halbieren.
Aber nur nicht vorschnell Schlüsse ziehen, denn:
"Half 9" meint "half" nach "nine", also halb zehn, und nicht wie in Deutschland "halb vor neun". Das muss man auch erst mal wissen...

Verwirrt?
Gut, dann wisst ihr wie's mir ging ;-)

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...werd ich mal über einen wesentlichen Bestandteil meines Auslandsaufenthalts reflektieren...
Die irische Drinkkultur.

Naja, noch nicht ganz, dazu muss ich noch mal teilnehmend beobachten um genauere Informationen liefern zu können...
War ja gestern Abend unterwegs um besoffene Irinen zu befragen (mit tatkräftiger Unterstützung von Trish, DANKE). Aber wir hatten das Gefühl dass wir nicht so ganz diei Wahrheit gehört haben von den Damen. Waren aber einige nette Fakten dabei die ich euch nicht vorenthalten möchte... Ich werd mal versuchen die Info in einen weiteren mid-term zu verwandeln und dann hier Bericht erstatten ;-)

Da ich aber heute noch ein Referat für morgen vorbereiten muss kann ich auch dahin ausweichen, dass ich hier mal Einblick in ein Seminar gebe damit jener, der sich nochnicht ein einem solchen wiedergefunden hat, sehen und staunen kann was hier in Irland so abläuft:

Pferde-Plastik auf dem Campus der NUIG

Es ist ein milder Tag (wie so viele in diesem Jahr) und ich bin mal wieder auf dem Weg zum Arsch Moyola. Es ist die zweite Uniwoche und zum ersten mal werden Referate zum Besten gegeben. Ich laufe, hab's ja nicht weit... geh am Haupteingang auf der University Road auf den Campus, am Quad vorbei (siehe links: das QUADrangle Building mit Clocktower) Quad der NUIG und dann auf den leicht verschlungenen Pfaden durch das kleine "Wäldchen". Links komm ich dann an den Pferden von oben vorbei, rechts ist die Bib. Es folgt der kleine zentrale Platz mit den gelben Eiern (Bild folgt, komische Plastiken hier aufm Campus). Drunter ist die Mensa bzw. das student restaurant und drumrum die Bib (ungefähr so groß wie unsere TB3!) der Arsch Millennium, der Arsch Konkurs. Ich laufe geradeaus weiter weil mein Seminar im kürzlich vollendeten Arsch Moyola stattfindet. Da draußen, am Ende des besiedelten Campus wird kräfitg gebaut. Gegenüber vom Moyola gibt's jetzt nen neuen Parkplatz weil auf dem alten Parkplatz das neue SPorts Centre gebaut wird.
Nachdem ich's also geschafft hab mich in den zweiten Stock zu bewegen und im Seminarraum Platz genommen habe schau ich mal wieder wie die irischen Studentinnen, die rein kommen, angezogen sind. Es wird auch ziemlich schnell voll. Hat zwei Gründe. 1) Der Raum ist nicht groß. In Seminaren finden sich hier max. 15-18 Leute. Gut is. 2) Die Iren haben kein akademisches Viertel. Seminare beginnen 10 Min. nach der vollen Stunde und laufen bis zur vollen Stunde. Bei zweistündigen Seminaren und Vorlesungen wird zwischendrin auch schonmal ne Pause gemacht. Oft sind die Zweistündigen aber auch in zwei einzelne Stunden aufgeteilt.
Aber ich wollt ja eigentlich von Referaten erzählen...

Höret und staunet:
Da war also diese kleine, zierliche Irin, die alsl erste ein Referat zu halten hatte. Seminar war Deviance, Text ging um *weißnichtmehr*. Die Kleine hat also nen Block vor sich liegen und fängt an zu lesen. Sie kam nicht weit und wurde gleich von der Dozentin unterbrochen (die Gute Frau die sagt man soll mit den mid-terms Spaß haben und sogar jemandem empfohlen hat über Oralsex zu schreiben - das muss ne Amerikanerin gewesen sein *g*) weil die Gutste so zierlich in der Stimme (ebenso wie im Aussehen) dazu so undeutlich und so schnell gelesen hat, dass man beim besten Willen nichts verstehen konnte. Marilyn's Versuch hatte jedoch nicht viel bewirkt, und man sah ihr an, dass sie mehr oder weniger aufgegeben hat undl ieß gewähren.
Da saß also die kleine Irin, liest in einer Tour ohne vom Block aufzusehen, ohne eine distinguishable Pause zwischen zwei Sätzen zu machen in einem monotonen Tenor ihre seitenlange, äußerst detaillierte Zusammenfassung des textes runter. Nach dem mein Entsetzen sich langsam verflüchtigt hat in der Gewissheit, dass dies kein äußerst origineller Beitrag zum Thema "abweichendes Verhalten" war sondern harte Realität hab ich versucht mich auf den Inhalt zu konzentrieren. Zwar verstand ich die einzelnen Wörter (naja, war sehr leise... aber was will man machen) doch ich hab sehr schnell aufgegeben Sinn daraus machen zu wollen weil dieses Runtergeleiere es einfach unmöglich gemacht hat.
Ja, das war mein erstes irisches Referat.
Ich war beeindruck, jedoch nicht in einem guten Sinne.

Seither konnte ich noch weitere hören und ihnen war immer gemeinsam, dass es sich um eine viel zu detaillierte Zusammenfassung des textes handelte die schriftlich formuliert war und einfach stur runtergelesen wurde. Neulich in Deviance, waren wir etwas hinterm Plan und die eine Irin sollte doch grad direkt auf was spezielles eingehen, "wie hatte denn der Autor das-und-jenes definiert und was hat er denn zu Thema XY gesagt"... kam von ihr nur ein "ich hab's aufgeschrieben, isses OK wenn ich's vorlese" und hat genau das gebracht was ich gerade beschrieben hab.
Die Dozentin sichtlich genervt, in einem fast komatösen Zustand, nicht mehr in der Lage der Irin denBlock vom Tisch zu reißen und übern den Schädel zu ziehen... (und ich trau mich sowas dann ja nie...)
Wenigstens war der Ire (der erste männliche Vertreter dieses Volkes den ich referieren hab hören) in der Lage nur die relevanten Abschnitte vorzulesen nach denen er von der Dozentin gefragt wurde.
Ich bin ja mal agespannt, ich muss ja heute noch ein Referat vorbereiten, welches ich morgen mit einem Iren halten werde. Der Gute trifft sich dann eine Stunde vor dem Seminar mit mir um zu besprechen wer was macht.

Soviel zum ersten Erfahrungsbericht Ollscoil na hÉireann, Gaillimh.

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